Die Evolutionstheorie steht ihrer größten Krise gegenüber, wenn es dazu kommt, den Ursprung des Lebens zu erklären. Der Grund dafür ist, dass organische Moleküle so komplex sind, dass ihre Bildung unmöglich als zufällig entstanden erklärt werden kann.

– Prof. Alexander Oparin (1894-1980), sowjet. Biochemiker

Die geistige Herkunft des Menschen

Eine Erklärung jenseits von Darwinismus und Kreationismus

Eine der grundlegenden Fragen des menschlichen Forschens lautet: Wie entstand das Leben auf der Erde? Insbesondere: Was ist die Herkunft des Menschen? Im folgenden Artikel setzt sich Armin Risi kritisch mit den heute vorherrschenden Erklärungsmodellen — Darwinismus und Kreationismus — auseinander, indem er fragt: Was sind Fakten, und wo beginnt die Interpretation? Auf welchen Weltbildern beruhen die jeweiligen Interpretationen? Und wie glaubwürdig sind diese Weltbilder? Was sagen das Urwissen der Menschheit und die neusten Erkenntnisse der holistischen Wissenschaft zur Frage nach dem Ursprung von Kosmos und Mensch?

Sind die Lebewesen ein Produkt von Materie? Ist der Mensch ein evolviertes Tier? Die moderne Naturwissenschaft bejaht diese Fragen auf der Grundlage der Evolutionstheorie und behauptet, was diese Theorie besage, sei eine bewiesene Tatsache. Die Aussage der Evolutionstheorie ist aber kein wissenschaftlicher Fakt, sondern bereits eine Interpretation, und zwar eine, die dem Weltbild des Materialismus entspringt. Sie ist in vieler Hinsicht widersprüchlich und wird den Phänomenen des Lebens nicht gerecht. Wir brauchen heute ein neues Selbst-Verständnis, das über den Darwinismus (Materialismus) und auch über den Kreationismus (Fundamentalismus) hinausgeht.

Darwinismus und Kreationismus

Die Evolutionstheorie gründet auf folgenden zwei unbewiesenen Annahmen:

  • die höheren Lebensformen sind über Mutation und Selektion aus niederen hervorgegangen;
  • die ersten einzelligen Organismen entstanden durch eine „Biogenese“ zufällig aus organischer Materie.

Diese Glaubenssätze des Darwinismus entspringen dem Weltbild des Materialismus‚ das besagt: „Es gibt nur Materie“, „Alles Existierende — auch Leben und Bewußtsein — ist eine Funktion der materiellen Energie und läßt sich mit materiellen Gesetzmäßigkeiten vollständig erklären.“
Historisch betrachtet, war der Darwinismus eine Reaktion auf die bibelfundamentalistische Lehrmeinung der Kirchen, die über Jahrhunderte hinweg mit Bevormundung und totalitärer Gewalt durchgesetzt worden war. Im 19. Jahrhundert waren die Aufklärung und die geistige Emanzipation so weit fortgeschritten, daß man es sich erlauben durfte, nichtkirchliche Meinungen zu veröffentlichen, ohne gleich in Lebensgefahr zu geraten. Aber wie so oft, schlug das Pendel auch hier vom einen Extrem in das andere aus: vom fundamentalistischen Kreationismus zum materialistischen Evolutionismus (Darwinismus). Alles, was nicht „wissenschaftlich“ (rational) erfaßbar war, galt plötzlich als irrational und somit als unwissenschaftlich und irreal. Dies bezog — und bezieht — sich insbesondere auf jegliche Form von Kreationismus („Schöpfungsglauben“).
Der fundamentalistische Kreationismus, der im Namen der Bibel (und von anderen auch im Namen des Korans) vertreten wird, besagt, Gott habe die Welt und den Menschen vor siebentausend Jahren erschaffen; danach sei es im Paradies zum Sündenfall gekommen, und die Menschheit brauche nun genau jene Erlösung, die sie, die Verfechter dieses Glaubens, verkünden; alle anderen Bibel- bzw. Koranerklärungen und erst recht alle anderen Religionen seien Irrlehren des Teufels, jener bösen Macht, die auch den Sündenfall im Paradies provoziert habe.
Heute kommt die schärfste — und beste — Kritik am Evolutionsglauben von der Seite der Bibel- und Koran-Kreationisten. Die Kontroverse ist derart ausschließlich und „schwarz-weiß“, daß viele Menschen, auch Intellektuelle, meinen, der Kreationismus sei die einzige Alternative zum Darwinismus. Da sie den Kreationismus mit seinem Dogmatismus ablehnen, bekennen sie sich — mangels einer besseren Erklärung — zum „wissenschaftlich“ abgesegneten Glauben des Darwinismus.

Die Notwendigkeit neuer Erklärungsmodelle

Die Evolutionstheorie ist in keiner Weise bewiesen, ja sie ist in höchstem Maße spekulativ und beruht auf einem wissenschaftlichen Wunschdenken, denn es gibt kein theoretisches Modell‚ das zeigen würde, wie Leben aus Materie entstehen kann und wie — über eine hypothetische Akkumulierung vieler kleiner, vorteilhafter Genmutationen — Einzeller zu Mehrzellern, Fische zu Amphibien, Amphibien zu Reptilien und Reptilien zu Säugetieren werden können. Hätte diese Entwicklung stattgefunden, müßte es z. B. Übergangsformen geben, die zu 95% Reptil und zu 5% Säugetier sind, dann zu 90% Reptil und zu 10% Säugetier, usw. Solche kuriosen Formen lassen sich jedoch nirgendwo im gesamten Fossilbestand finden und wären auch auf keiner Stufe lebensfähig gewesen. Sowieso hätten zum Überleben immer gleichzeitig männliche und weibliche Formen dieser Zwischenformen entstehen müssen, was aber noch unmöglicher ist als das zufällige Entstehen einer einzelnen überlebensfähigen Zwischenform. (Dies ist nur eines von vielen Argumenten gegen die darwinistische Evolutionstheorie.)
Während die Kontroverse zwischen Darwinisten und Kreationisten anhält und noch verschärft wird, sollten aufgeschlossene Forscher beide Seiten ernst nehmen, aber nicht dort stehenbleiben, sondern nach Erklärungen suchen, die weder materialistisch noch religiös-fundamentalistisch sind, die also über den Darwinismus und den Kreationismus hinausgehen. Eine solche weiterführende Theorie ist das Erklärungsmodell der Involution.

Was bedeutet Involution?

Das Erklärungsmodell der Involution besagt, daß das „Niedere“ nicht das „Höhere“ hervorbringt, sondern das „Höhere“ das „Niedere“. Komplexe biologische Strukturen entstehen nicht durch zufällige genetische Mutationen in einfacheren Organismen, wie dies von der Evolutionstheorie postuliert wird. Diese besagt, am Anfang habe es nur Materie gegeben; aus Materie sei alles hervorgegangen, auch das „Leben“, angefangen mit den ersten „primitiven“ Organismen, aus denen sich allmählich die höheren, komplexeren Lebensformen (Pflanzen und Tiere) entwickelt hätten; aus den Primaten seien primitive Affenmenschen hervorgegangen, die dann, als ihr Gehirn genügend groß geworden sei, Bewußtsein und Selbstwahrnehmung entwickelten; so sei das Tier Mensch geworden.
Das Erklärungsmodell der Involution sagt, daß Bewußtsein — und nicht Materie — der Ursprung von allem ist. Philosophisch gesprochen: Der absolute Hintergrund aller Relativität und Dualität ist nicht eine abstrakte Nondualität von Energie (Materie), sondern die Individualität, wörtlich: das „un-teilbare“ (=ewige, spirituelle) Sein, das immer ein Bewußt-Sein ist. Denn alles, was existiert, ist direkt oder indirekt auch im Urgrund vorhanden. Weil es im materiellen Universum Bewußtsein gibt, muß Bewußtsein vom Urgrund ausgegangen sein und folglich auch „dort“ (im Urgrund) vorhanden sein. Sowohl im Relativen (in der Schöpfung mit allen Geschöpfen) als auch im Absoluten (Gott in „seiner“ immanenten und transzendenten Präsenz) ist Individualität („unteilbares‚ ewiges Bewußtsein“) das ureigene Charakteristikum.
Das absolute schöpferische Bewußtsein ist allgegenwärtig und alldurchdringend und wirkt als das lebendige Informationsfeld, in das alle materiellen Universen mit all ihren Dimensionsebenen „eingebettet“ sind. Weil diese göttliche Schöpferkraft allgegenwärtig und alldurchdringend ist, finden wir in allen materiellen Formen — vom Makrokosmos bis zum Mikrokosmos — funktionierende Einheiten von Information und Struktur, die das Zusammenwirken von „Natur“ und „Kosmos“ erst ermöglichen. Diese ganzheitliche Weltsicht hat das Potential, unserem Leben und auch unserer Wissenschaft neue Horizonte und Perspektiven zu eröffnen.

Involution: keine neue Theorie

Involution bedeutet „Hineinentwicklung; interdimensionale Kreation“, d.h. Formentstehung durch Information und Materialisation. Materie existiert vor dem Hintergrund der ewigen spirituellen Welt und ist „eingebettet“ in diese alldurchdringende Realität. Materie existiert nicht nur in physikalischer (anorganischer und organischer) Form, sondern auch in Form verschiedener Dimensionen in unterschiedlichen Verdichtungsgraden. Der Kosmos ist multidimensional, und die physikalische Materie ist die letzte Verdichtungsstufe innerhalb der verschachtelten Dimensionen des Kosmos. Das Leben auf der Erde hat sich nicht aus Materie entwickelt („Evolution“), sondern aus den geistigen Urgründen des Kosmos heraus. Geist formt und beseelt die Materie; Form entsteht durch Information („Informatik“), und Information ist ein Ausdruck von Bewußtsein, letztlich des allgegenwärtigen und alldurchdringenden („absoluten“) Bewußtseins, von dem wir alle ein „ungeteilter Teil“ sind.
Das Erklärungsmodell der Involution ist nicht eine neue Theorie, sondern geht zurück auf den Kern der alten Mysterienschulen und stellt eine Verbindung von ältestem Wissen und neusten Erkenntnissen dar. Die neusten Erkenntnisse der Wissenschaft (holistische Physik, Quantenphysik, Biophotonenforschung usw.) weisen alle daraufhin, daß unsere Lebenswelt nicht mit einem materialistischen Weltbild erklärt werden kann. Das bedeutet, daß die Vergangenheit des Menschen ganz anders war, als heute gelehrt wird, und daß die Realität nicht auf die sichtbare Materie beschränkt werden darf.

Ursprung von Leben und Kosmos aus der Sicht der Involution

Jedes Weltbild beschreibt einen ursprünglichen, absoluten Urgrund. Für den Darwinismus ist dieser Urgrund die Totalität von Materie. Für den Kreationismus ist es ein Schöpfer, der sich nur über eine einzige, konfessionell definierte Heilslehre offenbart.
Aus der Sicht der Involution ist der Urgrund das „allumfassende Bewußtsein“, das alles Relative in sich vereint. Alles Relative (alles Geschaffene) geht von Bewußtsein aus, und Bewußtsein ist immer individuell, weil das Absolute (Gott) individuell ist, und zwar im wörtlichen Sinn: „unteilbar und ungeteilt“. Das heißt, Gott als absolute Individualität ist sowohl transzendent als auch immanent allgegenwärtig und ist nicht in Vergangenheit und Zukunft aufgeteilt. (Bewußtsein ist in seiner Essenz also nicht Raum und Zeit unterworfen — auch unser Bewußtsein nicht!)
 Und so geschieht „Schöpfung“:
Aus dem ewigen Urgrund des absoluten Seins entstehen (in zyklischen Kreisläufen) Urmaterie und Kosmos durch den allumfassenden (absoluten) Ursprung, ohne daß der Urgrund dadurch aufgelöst oder umgewandelt würde, ähnlich wie Licht sich nicht wandelt oder verringert, wenn irgendwo Schatten geschaffen wird. Am Anfang des Universums war kein Ur-Knall, sondern ein Ur-Sprung‚ nämlich ein Quantensprung von Energie durch das „Medium“ des absoluten Bewußtseins (im Sanskrit Vishnu genannt). Durch diesen Quantensprung, dargestellt durch das Aus— und Einatmen Vishnus, wird es möglich, daß vor dem Hintergrund der raum- und zeitlosen, spirituellen Welt parallel und „gleichzeitig“ eine materielle Welt von Raum und Zeit existiert.
Innerhalb des Uruniversums kommt es zu einer „interdimensionalen Evolution“ (=Involution) von den höheren, weniger verdichteten Materieebenen bis hinunter in die Dimension der dichtesten Materie. Mit anderen Worten: Während das Ewige immer im „Hintergrund“ (immanent und transzendent) gegenwärtig ist, entstehen durch eine göttliche Schöpfung Raum und Zeit, d.h. die Vielzahl der Universen, und in jedem Universum zuerst die höchste, am wenigsten verdichtete Dimensionswelt. Dieser höchste „Himmel“ enthält potentiell alle anderen Parallelwelten, die im Lauf der Zeit — oder richtiger: im Lauf von Raum und Zeit — über „Involution“ eine aus der anderen heraus manifestiert werden. Die meisten Mysterientraditionen sprechen hier von sieben Dimensionsebenen.
Das Erklärungsmodell der Involution geht von der Absolutheit der Individualität (und nicht von der Absolutheit der Materie) und von der Multidimensionalität des Kosmos aus, was bedeutet: Bewußtsein und Leben als Urprinzip sind absolute, ewige Realitäten; die verschiedenen Lebenswelten (Dimensionen) und Lebewesen entstehen als „Abbild“ nach den prägenden „Vorbildern“ der nächsthöheren Dimension, letztlich nach dem Urbild des absoluten Bewußt-Seins.

Definitionen

Die Evolutionstheorie besagt, daß das „Höhere“ aus dem Nächstniederen hervorgegangen ist, mit Materie als ursprünglicher Grundlage. Die Involutionstheorie besagt, daß das „Niedere“ aus dem Nächsthöheren hervorgegangen ist, mit Bewußtsein als Ursprung und Urgrund.
Involution bedeutet also: interdimensionale, kosmisch herabsteigende Evolution, gesteuert und vollzogen durch geistige Impulse, die die Materie beseelen und formen; eine kosmisch-hierarchische Schöpfung von der höchsten, am wenigsten verdichteten Dimensionswelt bis hin zur physischen Welt mit dreidimensional verdichteten Planeten und Körpern.
Involution bedeutet, daß Geist über der Materie steht und daß Schöpfung geschieht, wenn Geistwesen in die Materie gehen (aus welchen Gründen auch immer) und mit ihrer Bewußtseinsausrichtung Schicksale und ganze Welten formen.
Materie wird in diesem Erklärungsmodell definiert als eine ewige Energie, die vergängliche materielle Formen („Körper“) hervorbringt (von Licht— und Himmelskörpern bis hin zu irdischen Tier- und Pflanzenkörpern), und zwar unter dem prägenden und beseelenden Einfluß des spirituellen Urgrundes, des ewigen, individuellen Bewußtseins (in einem Zusammenspiel von Gottes Bewußtsein, sanskr. Paramātmā, und dem Bewußtsein der zahllosen Einzelwesen, sanskr. Ātma).
Bewußtsein ist demnach nicht ein Produkt des Gehirns. Bewußtsein ist eine eigene, von Materie unabhängige Realität, genauso wie Licht eine von Schatten unabhängige Realität ist.
Wenn Materie bzw. Energie die absolute Realität wäre, gäbe es letztlich keinen freien Willen — was im Materialismus auch geglaubt wird, sowohl in profanen als auch in okkulten Kreisen.
Das Erklärungsmodell der Involution betrachtet den Kosmos aus einer theistischen Sicht, was nicht gleichbedeutend ist mit einer monotheistischen Sicht. „Theismus“ bezieht sich auf eine Offenbarung und Erkenntnis, die Gott als absolute, allumfassende Individualität wahrnimmt. „Monotheismus“ bezieht sich auf Konfessionen, die eine relative Gottesform verabsolutieren und als die einzig wahre deklarieren. (Diesem Monotheismus entspringen auch alle Formen von fundamentalistischem Kreationismus.)

Weiterführende Quellen

Wie bereits erwähnt, ist das Erklärungsmodell der Involution keine neue Theorie, sondern entspricht in seinem Kern dem mythologischen Mysterienwissen der alten Hochkulturen, verschiedensten offenbarten Botschaften aus der geistigen Weilt und auch der mystischen Schau vieler Seher, Propheten, Schamanen und Brahmanen. Es erklärt die Phänomene „Leben“ und „Bewußtsein“ sowie die Herkunft des Menschen auf eine plausible Weise und wird von den Erkenntnissen der modernen Parapsychologie, Metaphysik und Quantenphysik unterstützt.*
Eine weitere Darstellung dieser Zusammenhänge findet sich in den Werken des Autors dieses Artikels, insbesondere in der Trilogie „Der multidimensionale Kosmos“ (Gott und die Götter / Unsichtbare Welten / Machtwechsel auf der Erde) sowie in den Büchern Das kosmische Erbe und Licht wirft keinen Schatten [und Der radikale Mittelweg, 2009], alle mit entsprechenden Literaturhinweisen.

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