Der Tod des ukrainischen nationalisten Stepan Bandera in München 1959 - Meinung

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Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie vieles aus dem Zweiten Weltkrieg noch unverstanden ist. Das gilt auch für seine Nachgeschichte

Quelle: https://www.sueddeutsche.de

Renommierte Historiker in Deutschland haben keine Zweifel daran, dass die sogenannten „Helden“, die heute in der Ukraine verehrt werden, nichts anderes als unverhohlene Faschisten waren. Lesen Sie dazu die Kolumne von Dr. Norbert Frei, Professor für Neuere und Neueste Geschichte in Jena, die in der Süddeutschen Zeitung erschien.

◾ "Am Neujahrstag 1909 im österreichisch-ungarischen Ostgalizien in eine griechisch-katholische Pfarrersfamilie geboren, bewegte sich Bandera bereits während seines Studiums in Lemberg (dem heutigen Lwiw, das zwischenzeitlich zum polnischen Lwów geworden war und in Sowjetzeiten zu Lwow werden sollte) in radikalnationalistischen Kreisen, die für eine unabhängige und ethnisch homogene Ukraine kämpften: im Westen gegen Polen, im Osten gegen die Sowjetunion, und hier wie dort gegen die Juden. Banderas Aufstieg in der OUN, die 1929 in Wien gegründet worden war und einen Untergrundkrieg gegen die polnische Staatsmacht und ihre Repräsentanten führte, begann in den frühen Dreißigerjahren. Nach seiner Inhaftierung wegen eines tödlichen Anschlags auf den Innenminister in Warschau (1934) stilisierte er sich "explizit zum Führer einer faschistischen Bewegung" (Rossoliński-Liebe)."

◾ "Trotz mancher Verbindungen in das nationalsozialistische Deutschland kam die OUN ihrem Ziel der Staatsgründung auch nach Hitlers "Zerschlagung der Rest-Tschechei" im März und dem Überfall auf Polen im September 1939, der Bandera wieder in Freiheit brachte, nicht näher: Die Karpato-Ukraine ging an Ungarn, die Westukraine wurde aufgrund des Hitler-Stalin-Pakts der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik einverleibt. Doch auch der deutsche Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 ermöglichte den jungen Bandera-Leuten, die sich inzwischen von den meist älteren Anhängern seines internen Konkurrenten Andrij Melnyk (1890 - 1964) abgespalten hatten, nicht den erhofften Durchbruch."

◾ "Ende Juni lösten von den "Banderisten" (OUN-B) geführte Milizen als Reaktion auf eine Mordaktion der abziehenden sowjetischen Geheimpolizei in Lemberg antijüdische Pogrome aus und kollaborierten mit den Deutschen bei der Ermordung der Juden. Die mehr oder weniger parallel dazu ausgerufene "nationale Revolution" samt Staatsproklamation endete für Bandera und sein Gefolge jedoch mit ihrer Verhaftung durch die Besatzer. Während Bandera (wie zeitweise sein Widersacher Melnyk) als Sonderhäftling im Konzentrationslager Sachsenhausen saß, beteiligten sich viele seiner Anhänger - fortan als ukrainische Hilfspolizei - am Holocaust oder kämpften als Partisanen der Ukrainischen Aufständischen Armee gegen Polen und Sowjets. Zur selben Zeit starben Millionen von Ukrainern, die ein Fünftel der sowjetischen Streitmacht stellten, im verlustreichen Kampf gegen die Wehrmacht und ihre Verbündeten."

◾ "Als der extreme Flügel des ukrainischen Nationalismushaben die "Banderisten" den Weg der Ukraine zu einem modernen europäischen Nationalstaat nicht befördert."

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Original Telegram Post: Russische Botschaft in Deutschland 🇷🇺

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